buchtipp #1 – Die Musterbrecher

von Florian Wieser | May 26, 2016

Warum das Buch für mich relevant ist? Weil das Buch zeigt,  wie man herkömmliche Muster bricht, um Neues und Ungewöhnliches auszuprobieren – und am wichtigsten: damit erfolgreich zu sein. Wie entstehen Muster? Muster entstehen, wenn viele Einzelne alle weitgehend unreflektiert das Gleiche tun. Weil die Leute zu wenig über ihren eigenen besonderen Fall nachdenken und stattdessen einfach den wohlfeilen Gedanken und Konzepten anderer nachlaufen. Musterbrecher treten aus diesen Bahnen heraus und formulieren ihr eigenes Erfolgsrezept, das sie dann konsequent und mit viel Empathie und Freud am Menschen umsetzen.

Warum sich ohne Experimente nichts ändert…

…ist der Titel eines der Kapitel, das ich für essentiell halte. Das Thema Experiment eignet sich um ein vielfaches besser als Begriffe wie Pilot, Test  oder Labor. In der wissenschaftlichen Forschung ist das Experiment ein Standardverfahren zum Erkenntnisgewinn. Ein Experiment hat immer einen Output, es ist am Schluss der Entwicklung immer etwas da. Der Wissenschaftler versucht immer etwas, ohne dass er bereits weiss, was daraus resultieren kann . Er zieht immer ein Learning aus dem Experiment. Der Begriff Pilot hingegen hat in meinen Augen an Wertigkeit verloren, man führt ihn durch und wirft ihn danach weg, ohne seine Schlüsse daraus zu ziehen. Er hat halt nicht funktioniert.

Jedes Experiment braucht einen gewissen Input und eine bestimmte Zeitdauer –  als Output resultiert immer ein Learning oder eine Erkenntnis. Beispiel dafür könnten sein: “Unser Team eignet sich nicht für Kollaboration”. Wir haben zum Beispiel vor einem Jahr einfach das Kommunikations-Tool “Slack” eingeführt, ohne zu wissen, was dabei rauskommt. Heute wissen wir: Es ist ein voller Erfolg und veränderte unsere interne Kommunikation und gab uns die Chance besondere Beziehungen zu unseren Kunden aufzubauen. Ausserdem nutzen es bereits vier unserer Kunden intern. Einer sogar über 15 Länder hinweg.

Aber ist das nicht ein Projekt? Nein. Ein Projekt muss immer einen messbaren Output haben und es hat kaum Platz für Freiraum. Für mich scheint das Experiment das beste Format, um etwas zu entdecken, das auch über das Ende hinaus eine Verwendung findet. Nur durch Experimente werden wir von Followern zu First Movern und schaffen es, aus herkömmlichen Mustern auszubrechen.

 

Die, die was tun

Die Autoren, oder eben die Musterbrecher, sind Stefan Kaduk, Dirk Osmetz, Hans A. Wüthrich und Dominik Hammer. Sie wissen, wovon sie reden. Alle kennen den Alltag in Unternehmen und Organisationen, wo sie als Berater unterwegs sind. Sie kennen auch die vorherrschenden Denk- und Verhaltensmuster dort. Ich persönlich empfinde es als immense Leistung, dass sie in den letzten 7 Jahre 600 narrative Interviews geführt haben und dann 80 Musterbrecher genauer analysiert haben, um eben auch unter den Musterbrechern Muster zu erkennen.

Für mich ist es grossartig, dass sich die Autoren aus Beratern und Professoren zusammensetzen. Die Beziehung zu Hochschulen haben auch wir in den letzten Jahren sehr gepflegt und stets eine enge Zusammenarbeit angestrebt. Das ermöglicht einerseits eine völlig andere Perspektive, eine freiere, die man im Business Alltag nicht hat, und hilft uns sehr in gewissen Argumentationen in unserer Beratungstätigkeit. Diese Verschmelzung spiegelt sich im Buch Musterbrecher wieder und untermauert die getroffenen Aussagen wunderbar.


It’s all about inspiration

Endlich spricht man nicht nur über das, was man machen muss, sondern auch, über was man kann! Die Methodenkritik der Musterbrecher empfinde ich als extrem erfrischend. Aber nicht nur das: sowohl der Film als auch die Beispiele im Buch sind für mich inspirierend und dienen als verständliche Beispiele. Das Buch zeigt, dass das Musterbrechen von KMU über Sparkassendirektor bis hin zum Staatsunternehmen überall möglich ist.

Mich hat das Buch auf dem Weg zum eigenen Buchprojekt sehr inspiriert. Allerdings interessiert mich wiederrum weniger das Andersmachen an sich, sondern vielmehr das Gestalten von Beziehungen der Musterbrecher auf ihrem Weg der Veränderung. Fazit: Muster erkennen, aus Mustern ausbrechen und Veränderung anstossen tut extrem gut- und dieses Buch ist voll von Beispielen, die beweisen, dass sich das Spiel erfolgreich drehen lässt.

 

 


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Wir erleben gerade einen Frühling für den Begriff «Incubator», der eine Abteilung, ein Programm in Unternehmen ist, der explizit Experimente für Innovationen oder Disruption durchführen soll.

Florian Wieser

Founder & CEO, The relevent collective AG


 

 
 

 
 

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