#slackdiary: Software Tool oder Papier und Stift?

von Florian Wieser | Nov 22, 2017 10:12:23 PM
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Unterstützen uns Tools eigentlich oder stehlen sie uns nur Zeit und tun so als wären sie hilfreich? Sind wir sie ständig nur am Updaten, am Rebooten und Workarounds finden? Ist ein Tool einer computerlosen Methode per se überlegen? Und sollten Berater Tools verkaufen?


Was ist #Slackdiary? 

Dies ist ein Format, welches mit einer Impulsfrage eines Team Mitglieds startet aus Alltag, Begegnungen, Netzfundstücken oder Gelesenem. Eingeworfen in den dafür vorgesehenen Slack-Channel antworten andere Future Organisation Team Mitglieder mit ihrer Sichtweise, Expertise, Meinung oder Haltung auf das Thema.


 

Diesmal: 

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Ich weiss nicht, ob LEGO® Serious Play® immer gewinnt, aber sicher wirkt es und bewegt erfahrungsgemäss. Es bewegt das Bewusstsein, das Ungesehene, das nicht auf Personen zeigende, sondern anhand von Modellen verhandelbar gemachte.

 

Technologie

Die Technologie-Diskussion erlebe ich im Alltag oft so: Die Technologie-Euphorie und die Technologie-Ablehnung liegen nahe beieinander. Die entscheidende Frage ist hier: Wann unterstützt uns die Technologie, wann hindert sie uns? Nicht Features, nicht Gesamtlösung, nicht Schnittstellen sind entscheidend, sondern meine und unsere User Experience.

Diese Einschätzung treffend abgeben zu können ist die Kunst eines Zukunftsgestalters.

Komme ich zum Beispiel total euphorisch mit einer neuen App an, dass wir die nun abteilungsweit neu einsetzen, kann ich sicher sein, dass das zum Rohrkrepierer wird. Die Menschen hatten keine Möglichkeit bei der Entscheidung mitzuwirken, bei den Argumenten mitzureisen. Sie bekommen die Direktive: Das nutzen wir nun alle. Warum? Wir wurden nie gefragt. Warum nicht?

Dabei gibt es genügend soziologische oder Community Building Studien, die klar aufzeigen: Wenn man die Menschen beim Entscheidungsprozess einbindet (nein, nicht nach ihrer Affirmation fragt), sondern sie testen lässt, an den Überlegungen teilhaben, dann erntet man Akzeptanz stat Widerstand bei der Einführung. Also wie oft sollen wir das nun noch top-down ausprobieren?

Es funktioniert nicht!

So ein Planspiel kann also hilfreich sein, in der Berechnung der Szenarios oder beim Aufzeigen und bei der Bewusstmachung was es bedeutet, wenn man diese Zahlen einträgt und was der Impact dann hinten raus ist. Aber wann bringe ich es als Berater ein? Wann ist der Moment für Technologie? Gibt es nicht noch so viel vorab zu tun? Der Sellingpoint kann es meiner Ansicht nacht nicht sein.

Es lässt sich natürlich bei den einen oder anderen technologie-affinen Unternehmen gut verkaufen. Aber das kann doch nicht unser Ziel sein, als Berater, Technologie zu verkaufen...Unsere Aufgabe ist es Technologie kritisch zu prüfen und die richtige Einschätzung zu treffen für den Erfolg unserer Klienten.

 

Machen

Die zweite entscheidende Frage für mich ist, egal ob Post-it, gegenseitiges Abseilen oder Computersimulation: Was mach ich damit?

  • Bringt es die Menschen ins Tun?
  • Komme ich ins Machen?
  • Verstehe ich den Kontext und die Implikationen?
  • Mobilisiere ich meine Kräfte?
  • Investiere ich Ressourcen?
  • Was mach ich und was ich nicht mehr?

 

MACHEN-IST-WIE-WOLLEN-NUR-KRASSER

 

Wenn uns die Technologie beim Machen hilft, dann haben wir es geschafft. Wenn sie uns mehr beschäftigt und die neuste App zwar cool ist, aber auch nur zum Posen in der Fussball Loge, dann gute Nacht Zukunft.

Bei aller Liebe zu Tools, Apps und Gadgets, die Frage bleibt die gleiche: Was machen wir damit?

Immer ein empfehlenswerter Start ist:

  1. Du durchkämmst wieder einmal dein Handy und löscht ein paar Apps.
  2. Danach fragst du dich wie sehr dein Toolset im Unternehmen dich, deine Ziele und die Organisation unterstützt.
  3. Dann fragst du dich für welche Themen du dir effektiv ein besseres Tool wünscht.
  4. Und dann suchst du das spezialisierte und prüfst, ob es offene Schnittstellen zu anderen Systemen anbietet. Arbeitest du in einem Konzern und winkst gerade ab? Hast du auch wirklich gesucht? Sonst kannst du gerne uns fragen.

 

Raphael's Summary

raphael1.jpgRaphael hat zu diesem Thema eine wunderbare Zusammenfassung mit drei Erfolgsregeln  erstellt. 

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