Das war die #Inclusion18 in der Limmat Hall

von Lora Sommer | Mar 26, 2018
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Wir waren an der #Inclusion18 – Florian als Keynote-Speaker und Lora und Moritz als dem Thema verbundene, dokumentierende, Fragen stellende Zuhörer.

 

Angeregt zum Machen

Impressionen und Besucher*innen-Quotes zum ersten Tag "Vo Züri für Züri" der Diversity & Inclusion Conference 2018 auf Einladung der Fachstelle für Gleichstellung Zürich

 

instagram_petrol Impressionen vom World Café und den Referaten gibts in der Fotogalerie des Events.

 

Das ist uns geblieben von den zwei Runden Speed World Café

Roundtable

 

Am Tisch der Universität St. Gallen wird ein Wunsch an die Politik formuliert: Das nächste Jahr sollen alle städtischen Verwaltungen mitmachen beim diversity benchmarking.

Der PWC Tisch mit dem Thema Lohntransparenz bleibt bei beiden Runden fast leer. Was braucht es, dass man über dieses Thema sprechen möchten?
Übrigens, es gibt seit 26 Jahren ein Gesetz, welches vorschreibt, dass Frauen und Männer gleich viel für die gleiche Arbeit verdienen müssen.

Am Tisch der ZKB wird über das Integrieren von Menschen mit Beeinträchtigung am Arbeitsplatz gesprochen. Und es wird festgestellt: Man spricht über Frauenquoten, über Fünfzigjährige und über Herkunft, aber nicht über Menschen mit Beeinträchtigung. Es muss bekannter werden, dass bereits einige Unternehmen eine Vorbildrolle eingenommen haben diesbezüglich.

Auch der Tisch des Zürcher Digital Festivals ist nicht gut besetzt. Das Thema: Wie kann das Festival mehr Frauen als Keynote-Speakerinnen gewinnen? Man ist sich nicht einig, ob Frauen lieber als Frauen oder als Expertinnen in einem Gebiet angesprochen werden. Für die Ausgabe 2018 wird einfach beides versucht. Helena Trachsel vermisst bei allen Debatten die letzte Konsequenz und schlägt vor: Wieso nicht einfach nur männliche Speaker sprechen lassen, wenn sie auch eine Frau vorschlagen fürs Programm?

Am Tisch von Includiv geht es um die Digitalisierung im Recruitment Bereich. Man ist sich einig, dass Algorithmen übernehmen und administrative Entlastung bringen werden. Das geschieht, indem sie CVs auf gestellte Anforderungen durchforsten. Als weiterer Vorteil wird genannt, dass Technologie neutral ist. Sind es aber auch die Programmierer, die hinter der Technologie stehen? Wohl eher nicht... Am Ende eines Recruiting-Prozesses steht auch in Zukunft immer ein Mensch, der die emotionale Intelligenz mitbringt, die der künstlichen fehlt.

Am Tisch der SWICA geht es um Grundsätzliches: Welche Chancen und Risiken bringt die Digitalisierung mit sich? Auch Datenschutz wird thematisiert. «Wollen wir uns davor schützen oder oder davon umbringen lassen», fragt Reto Schneider, Chief Risk Officer bei der SWICA, im Bezug auf unsere Gesundheitsdaten und Datenschutz. Wenn er die Integrität des Menschen schützt dann hilft er, sonst eher weniger. Gibt es eigentlich bald ein Menschenrecht auf Nichtwissen?

Bei der Swisscom fragt man sich, ob agile Strukturen automatisch zu mehr Inklusion führen. Und muss leider erkennen: Nein. Es handelt sich bei der digitalen Transformation um fundamentale Struktur- und Prozessveränderungen. Führungskräfte der alten Schule brauchen mehr Zeit, die man sich aktiv einräumen muss. Und das Publikum stellt fest: Vielleicht müssten die Konzerne eine Vorreiterrolle einnehmen beim Wording. Wenn man auf der Diversity & Inclusion Abteilung von Tribes und Squads spricht hilft das sicher nicht.

Der AXA winterthur Tisch ist beliebt. Kein Wunder – geht es doch um Träume. Das Fazit dieses Tisches: Wenn wir in einer zukunftsfähigen Welt leben wollen, brauchen wir Agilität im Kopf und die kriegt man nicht nur hinterm Bürotisch, sondern überall im Leben. Als Unternehmen kann man nur gewinnen, wenn man dem Rechnung trägt. Natürlich braucht es neben all den flexiblen Arbeitsmodellen auch Überlappungen im Büro, denn nur wenn sich ein Team auch sieht und spürt, kann ein gesunder Teamgeist entstehen. 

Ebenfalls beliebt war der Tisch von takethecourage.com, an dem es um Mut ging. Hier wurde Storytelling geübt. Man hat sich gegenseitig erzählt, wann man das letzte Mal mutig war. Probier es selber mal – es hilft! Nicht, dass wir uns vor lauter Angst nicht auf die Zukunft einlassen wollen. 

Am Tisch von Right Management ging es um das Thema Personalentwicklung. Festgehalten wurde hier, dass es diverse people only Qualitäten gibt, die sehr wichtig sind, damit wir die technologischen Veränderungen überhaupt meistern können. Wieso also nicht die Kompetenzmodelle mal auf den Kopf stellen? Damit Frauen nicht nur einen Platz am Tisch erhalten, sondern auch eine Stimme!

 

Digitalisierung treibt Vielfalt und Vernetzung ist Freiheit


So die These von Florian in seinem Impulsreferat. Er zeigt den toxic Mix aus Industrialisierung, Männerdominanz, Work Life Balance und "Der Mensch im Zentrum". Er redet über die durch Vernetzung entstandene Explosion der Beziehungen und rechnet die Komplexität vor zwischen Menschen und ihrem Umfeld. Und er gibt Orientierung mit seinem Racoon Framework für Unternehmen, die sich auf einen Transformationsweg machen wollen, der nicht technologiegetrieben ist, sondern auf Beziehungen und Vernetzung von und mit allem basiert. 

 

Resümee von Helena Trachsel, Leiterin der Fachstelle für Gleichstellung

Letzten Mittwoch fand der vo "Züri für Züri"-Tag statt. Rund 120 Firmenvertretenden und ExpertenInnen fanden sich in der Limmat Hall ein, um gemeinsam der Frage nachzugehen, inwiefern das Zukunftsmodell der Digitalisierung die Chancengleichheit fördern kann. An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich bei unseren Sponsoren für Ihre Unterstützung und allen Teilnehmenden für Ihre Partizipation! 

Die Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann des Kantons Zürich holte den internationalen Event "Global Inclusion Seminar" nach Zürich und ergänzte ihn um einen Netzwerktag explizit für lokale und regionale KMU. 

 Der "vo Züri für Züri"-Tag hat in unseren Augen zu interessanten Diskussionen, bereichernden Inputs, tollen Referaten und einem spannenden Dialog geführt.  Es war uns, von der Fachstelle für Gleichstellung des Kanton Zürichs, eine grosse Freude Sie alle begrüssen zu dürfen. Wir sind überzeugt, dass der rege Austausch den Teilnehmenden Mut macht, den mit der Digitalisierung einhergehenden Veränderungsprozess aktiv anzugehen. An dieser Stelle möchten wir uns daher bei Ihnen allen herzlich für Ihre Teilnahme bedanken. 

In seinem Vortrag "Mensch versus Maschine" legte Gerd Leonhard den Fokus auf seine Visionen für das Jahr 2030. So machte er darauf aufmerksam, dass die Digitalisierung in exponentiellem Mass voranschreiten werde und Menschen gerade bei Routinearbeiten immer mehr von Maschinen ersetzt werden. Ausgenommen davon seien Fähigkeiten die nicht oder nur schwer digitalisiert und automatisiert werden können. Eigenschaften wie Emotionen, Kreativität, Empathie, Werte oder Vorstellungskraft werden seines Erachtens immer wertvoller.

Bea Knecht, die Gründerin von Zattoo, referierte über ihre ganz persönliche "Erfahrung mit Resilienz" (psychische Widerstandsfähigkeit). Dabei ermahnte Sie uns alle, dass es heutzutage mehr denn je unabdingbar sei eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegen äussere Einflüsse aufzubauen, sich einen Moment für sich selber zu nehmen und einen Ausgleich zu finden zwischen Arbeit und Freizeit. Komplettiert wurde das ReferentenInnen-Trio von Florian Wieser, dem Gründer von The Relevent Collective. Er fokussierte in seinem Impuls-Referat "Digitalisierung als Treiber für Vielfalt", auf den Umgang mit Komplexität, Kompetenz und proaktives Vernetzen. In seinen Augen ist Flexibilität, Agilität, menschlicher Kontakt und ein reger Austausch zentral für Diversität. 

Beim Speed World Café tauschten sich die rund 120 Gäste zu Chancen und Risiken der Digitalisierung aus. Die Teilnehmenden debattierten über Auswirkung auf Berufsbilder, Organisationen, Prozesse, Geschäftsmodelle, Mut, Flexwork, Recruiting, Lohngleichheit, Einbindung von Menschen mit eingeschränkten motorischen Fähigkeiten sowie Arbeitsplatzshifting im Hinblick auf die Digitalisierung. Zudem wurde auch eine wissenschaftliche Benchmark-Studie der Universität St. Gallen HSG zur Inklusion der Diversität vorgestellt. 

In einer abschliessenden Gesprächsrunde sprach Regierungsrätin Jacqueline Fehr zusammen mit Bea Knecht, Reto Schneider, Barbara Tholen und Florian Wieser über die Anforderungen, Chancen und Risiken, welche im Rahmen der Digitalisierung auf uns zukommen. Eine zentrale Frage dabei war, ob unsere Ausbildungsorte und Schulen bereit sind diese Zukunft mitzugestalten. 

Am Ende des Tages regte die Regierungsrätin Jacqueline Fehr, Direktionsvorsteherin der Justiz des Inneren, an, die Digitalisierung unter neuen Sichtweisen zu betrachten. Sie fordert ausserdem Strategien, um die verschiedenen Facetten der digitalisierten Arbeitswelt für alle Beteiligten möglichst vorteilhaft umzusetzen und zu leben.

So meinte Sie abschliessend:  

220px-Fehr-jacqueline_regierung_17_1877750-200"Forschung und Entwicklung wird oft als entfremdend oder entmenschlicht dargestellt – dabei bietet der technologische Wandel und die damit einhergehende Digitalisierung enorme Chancen für die Gesellschaft". 

 


In diesem Sinne hoffen wir, dass wir gemeinsam die Chancen, welche mit der Digitalisierung einhergehen, nutzen. 

Helena Trachsel 
Leiterin der Fachstelle FFG   

Kanton Zürich 
Direktion der Justiz und des Innern 
Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann 

 

Best of Keynote-Speeches

Gibt es nachfolgend in unserer Storify Zusammenfassung.


  

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