People drive Business. Communities drive People.

von Florian Wieser | Nov 28, 2016

Wir sind die Konsumenten, die Fans. Wir sind aber auch immer mehr die Mitdenker, Mitreder, Optimierer, Erfinder und Mithelfer.
Wer mit seinem Unternehmen eine Anlaufstelle oder ein “zu Hause” für diese neue Art Kunden bieten will, kommt um die eigene Community nicht herum. Wer tatsächlich mit diesen Kunden die Zukunft gestalten will bietet nicht nur eine Facebook Page, sondern bietet eine zerntrale Plattform, auf der eigenen Webadresse, wo die Gespräche rund um das Produkt, die Marke und Services geschehen. Die Social Channels wiederum sind “Aussenstellen”, um auch dort stattzufinden, wo die neuen Kunden sowieso sind und um neue Kunden zu finden – People Drive Business. Ohne Menschen kein Geschäft. Ob intern mit Mitarbeitern oder extern mit Kunden und Partnern. Die grosse Frage ist: Sitzen Sie im Driver Seat?

Schweizer Unternehmen, die eine Support-Community betreiben sparen Millionen an Supportleistung im Call Center, Themencommunities haben wie ein Nischen-Wikipedia ALLE Antworten bereit, durch den Wissensaustausch und -beitrag der User. Sie können über ein umfangreiches Kompendium hinaus, sogar ein “lebendiges” bieten, mit Antworten quasi in Echtzeit durch die Community Mitglieder. Online Shopbetreiber profitieren von der Tester-Community, die ihre Produkte nicht nur kaufen, sondern auch Testberichte schreiben und Produkte bewerten. Die Statistik von online Shops weiss, dass Produkte mit Bewertung ein x-faches besser verkauft werden, also solche ohne. Die Community übernimmt Beratungsleistung und beeinflusst den Kaufentscheid direkt.

Warum Menschen in solchen Communities aktiv sind? Ich frage Sie: Was tun Sie enorm gerne? Reden Sie viel darüber im Freundeskreis? Geben Sie Musterstückchen Ihres Erfahrungsschatzes weiter? Holen Sie Feedback von einem anderen Experten zu Ihrem Lieblingsthema ein? Tun Sie das evt. schon in online Foren oder Facebook Gruppen? Dann sind Sie bereits vboll drin im Thema Community. Vielleicht sind Sie sogar ein Superuser, ohne es zu wissen.
Dieser Drang, ob digital oder nicht, dieses Wissen zu erzählen und zu vermitteln ist die Basis jeder Community: Der intrinsisch motivierte Mensch.

Eine der schönsten Erlebnisse in meinem fast 20 jährigen Community-Experten-Wirken war, als wir für die Uhren Division eines Schweizer Sackmesserherstellers, im Rahmen einer Nachhaltigkeitskampagne, Produktdesigner in renommierten Kunst-Universitäten rund um die Welt aufgerufen haben, ihre Produktentwicklung einzureichen. Sie musste natürlich mit Nachhaltigkeit zu tun haben. Als Preis haben wir nicht einen Geldbetrag eingesetzt oder eine schöne Uhr, sondern wir haben ihren next Step verlost. Wir haben abgefragt, was sie als Durchbruch in ihrem Projekt als nächstes benötigen und haben auch gefragt, was das kosten würde. 10 Projekte konnten diesen Betrag nach Juryentscheid erhalten und der beste bekam dann natürlich die Uhr und eine Reise ins Herz der Schweiz, in den Hauptsitz des Unternehmens. Eine Deckelung von CHF 50’000 haben wir vorgegeben. Wieviele haben den Totalbetrag eingereicht? – Keiner!
Der höchste benötigte Betrag war CHF 27’000 für den Bau eines Prototypes. Die meisten waren zwischen CHF 8’000 und 15’000. Und obwohl wir uns an den Motivationskiller Nr. 1 gewagt haben – das liebe Geld – war die Verknüpfung an einen echten Mehrwert, nämlich den nächsten Schritt im Projekt, so stark, dass danach das Arbeiten mit den Teilnehmern super motiviert von statten ging. Von schnellen Antworten, über Bereitschaft zu Interviews und Terminfindung, von der Bitte mitzuhelfen, das Projekt in den SOcial Media Kanälen zu teilen bis zum fairen Ablauf des Votings – es hat keiner die Votes manipuliert, was praktisch in jedem online Voting der Fall ist.

Die Qualität der Projekte waren top und die Zusammenarbeit war es auch – die Kraft der Community.

 
 

 
 

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