re:publica 2018: POP!

von Virginia Beljean | May 7, 2018
POP – das war das Motto der diesjährigen Konferenz, steht für Populismus, Popkultur und Power. Angelehnt an die Pop-Art Bewegung also das Motto: Netz für alle. Und gleichzeitig die Abkürzung für „Power of People“. Ist das der Weg zu einer schönen heilen Online-Welt? Wir haben unsere Learnings zusammengefasst: 
 
 

Houston, we have a problem! 

Bei aller Technikbegeisterung, die auf der re:publica vorherrscht: Das sei nicht nur eine Chance, sondern auch ein Risiko. Google, Facebook und all die anderen grossen, amerikanischen Firmen werden immer wieder verteufelt. 

Algorithmen sind nicht neutral, sie werden durch nicht neutrale Menschen entwickelt. Man verstehe nicht , wie Algorithmen Entscheidungen treffen, nach welchen Kriterien sie vorgehen und „denken“. Und das sei gefährlich – insbesondere in Verbindung mit zugrundeliegenden Geschäftsmodellen, in denen Daten von Nutzern Gold wert sind, siehe Fall Cambrigde Analytica.

Unsere Meinung: Die kritische Haltung und das Hinterfragen sind wichtig und richtig und sollen auch weiterhin so gelebt werden. Nur die Generalisierung (WIR alle.. und ALLE Unternehmen) nerven – schliesslich verwenden die meisten von uns Tools wie Google jeden Tag und sind dankbar dafür. Eine differenziertere Betrachtungsweise wäre angebracht und nötig. 
 
 

FAKE NEWS!

Skandal um Skandal im Bereich Fake News, also der schnellen Verbreitung von falschen Informationen. Ein um sich greifender Populismus. Und dazu die drohende Zukunft voller AI, VR, ML und KI, alles Begriffe, die wir kaum unterscheiden, geschweige denn definieren können. Das lässt die Zukunft oft nicht rosig aussehen und mitunter verspürte man in Vorträgen das Gefühl einer gewissen Erschöpfung, während aus unserer Sicht viel zu wenig über die Vorteile aufgeklärt wird. Den die Entwicklung wird kommen und sich nicht durch Erschöpfung stoppen lassen, weshalb es jetzt gilt, dass Beste daraus zu gestalten. Eine Patentlösung auf dem Silbertablett gibt es nicht. 

Handlungsbedarf besteht also jetzt. Jetzt, wo wir einen kritischen Punkt erreicht haben: Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist online. Zudem werden die Entwicklungen im digitalen Bereich immer schneller. Sie verändern unsere Lebensweise, unsere Wahrnehmung, unseren Umgang.

Power of People. Menschlichkeit im Gegensatz zu Algorithmen, die Geschäftsmodellen dienen. Filterblasen platzen lassen. Forderungen stellen. Die Zukunft verändern, die Zukunft gestalten, die beim derzeitigen Tempo sehr schnell kommen wird. Diese verschiedenen Ansätze zu hören, durchzudenken und zu diskutieren hat gut getan und da haben wir viel mitgenommen. 

Der Mainstream macht sich ein wenig breit – auch inhaltlich wird immer mehr nur an der Oberfläche gekratzt, obwohl man davon ausgehen kann, dass das Publikum sehr viel weiss und ein gewisses Expertentum in den Themen mitbringt. 

400 Vorträge an drei Tagen auf 19 Bühnen - da ist es kaum möglich, den Überblick zu behalten. Wir empfehlen euch auch als Nicht-Besucher: Die meisten Vorträge wurden aufgenommen und können im YouTube-Kanal der re:publica https://www.youtube.com/user/republica nachgeschaut werden. 

Fragen? Dann wende dich direkt an Ginie oder an Fredi!

 


 
 

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