re:publica 2018 – Tag 2: reconquista, GenZ und männliche Verhütung

von Virginia Beljean | May 4, 2018

Auch am zweiten Tag der diesjährigen re:publica hatten wir wieder die Qual der Wahl und sahen uns mit der Frage konfrontiert, welche der unzähligen Panels ein Muss sind. Hier haben wir vier unserer Highlights festgehalten. Von der Reconquista Internet, über die Gen Z, künstlerischen Aktivismus bis zu dem Thema männliche Verhütung, das viral geht. 

 

#ReconquistaInternet

In dieser Speech ging es um die Doku Lösch dich: So organisiert ist der Hass im Netz“ mit Jan Böhmermann, Patrick Stegemann und Rayk Anders. Die Journalisten und Youtuber  haben ein Jahr lang undercover in einem rechten Netzwerk recherchiert. Um dort aufgenommen zu werden, mussten sie selbst Hasspostings verbreiten. Unserer Meinung nach wurde Jan Böhmermann (via live stream zugeschalten) ein wenig zu viel Raum geboten, die eigentlichen Macher der Dokumentation gingen auf der Bühne regelrecht unter. Während Böhmermann überzeugt ist und das Publikum dazu animiert, nicht nur zu reden, sondern auch mal zu machen, zeigt sich Patrick Stegemann (Macher der Doku) diesem Ansatz etwas kritischer gegenüber. Die Diskussion soll auch offline gesucht werden, denn Hass ist für ihn kein Phänomen, das nur rechten Online-Trollen zuzuschreiben ist. Wir finden: Panel wurde zu stark gehypet und war oberflächlich. Hier geht es zum Video:

 

 

 

#GenerationZ 

Auch die Vorträge von jüngeren, der Generation Z zugehörigen Speakern werden sehr gut besucht. Generation what?  Zur Generation Z werden — je nach Definition — entweder die Menschen gezählt, die heute zwischen 10 und 23 Jahre alt sind. Wir (Ginie, Fredi und Mo) gehören alle der Gen Y an – umso spannender zu wissen, was die andere Generation interessiert. 

Der 16 Jahre alte Speaker Charles Bahr referiert über das Thema: „Generation Z: Wie Medien & Marketing im Zeitalter der Social Natives funktionieren“. Er ist glaubwürdig, weil er dieser Generation angehört und als einer der jüngsten Gründer in Deutschland gefeiert wird. Gebannt lauscht das Publikum, wie man die jungen Menschen von heute erreichen kann. Bahr spricht souverän, aber inhaltlich ist nicht viel Neues dabei: Content is King, Creativity is King und Werbung muss Storytelling beinhalten. Was allerdings interessant ist: Laut Bahr stört sich die Generation Z weniger an gekennzeichneten Ads, wie man vielleicht glauben mag, sondern sie schätzen die Transparenz, mit der die präferierten Influencer dies kennzeichnen. 

Du fragst dich: Welches ist die richtige Plattform, um die Generation Z zu erreichen? Facebook ist es nach Bahrs Meinung nicht und Instagram sei von Werbung überschwemmt. Er wartet auf eine neue Plattform, die wieder mehr Platz für authentischen Content bietet. Vero sei es auf jeden Fall nicht. 

 

#BuildingFearlessFutures

Steve Lambert ist Künstler und Aktivist und, in unseren Augen, ein sehr guter Rhetoriker. Er erzählt, wie man mit out-of-the-box-thinking und künstlerischen Ansätzen Dinge anders angehen kann. Unser Favorit: Bei Brainstormings zuerst 7 unmögliche Ideen aufführen, bevor man dann 3 reelle Ideen aufführt. Aber sieh selber: 

 

 

 

#MännlicheVerhütung

In 20-jähriger Forschung hat der deutsche Tüftler Clemens Bimek mit dem implantierbaren und von aussen steuerbaren Samenleiterventil eine Technologie geschaffen, die eine Alternative für männliche Verhütung bieten kann. Eine Revolution in der Verhütung! Im Publikum sassen vorwiegend Frauen. Aber: Wie reagiert die Welt ausserhalb der re:publica? Mit allem, was sie zu bieten hat. Mit Neugier, mit Liebe und Hass, mit Humor und überbordender Kreativität. 

Hier die Tweets zum Thema. 

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Erfrischend, erstaunlich, bedrückend, langweilig, oldschool...

So much to see, so little time – manchmal brach bei uns schon fast #FOMO aus. Es gibt vieles zu sehen und man weiss gar nicht, wo man beginnen und wo man aufhören soll. Viele Panels und Talks können aber auf dem You Tube-Kanal der re:publica auch zu einem späteren Zeitpunkt noch angesehen werden. 

Fazit bisher: Viel erfrischender und inspirierender Content, pointierte Haltungen und viel Aufbruch in allen Bereichen. Die Speeches sind erstaunlich, inspirierend, spannend, bedrückend, machen Angst, sind naiv, einseitig, vielseitig, regen zum Denken an, oldschool, von gestern oder ganz einfach: langweilig – um nur einen Teil unserer Eindrücke gestern zusammenzufassen. Die Tiefe fehlt in vielen Bereichen: Dafür, dass die re:publica als Branchen-Event für Vordenker bezeichnet wird und das Publikum bereits viel Wissen mitbringt, wird oft nur an der Oberfläche gekratzt.

Den Tag haben wir mit einem fantastischen Dinner und vielen schönen Begegnungen mit Schweizern an der re:publica abgeschlossen. 

Wir haben natürlich noch viele weitere Speeches und Panels besucht. Mehr dazu auf unserem Twitter-Account!

 

 
 

 
 

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