Republica Berlin #rpTEN

von Caroline Brinkhoff | May 13, 2016

Von Bitcoins, der digitally lost Generation und warum die Re:publica definitiv einen Besuch wert ist


Lesezeit: 5 Minuten


Nun war ich also da, an dieser Re:publica. Die zehnte Ausgabe, sagten sie. Soll spannend und speziell werden, sagten sie. Fragt man Leute aus der Szene, welche schon erfahrene «Re:publicaner» sind, erntet man nur diesen wissenden Blick und vielleicht noch eine Bemerkung wie «Das musst du selber erleben. Die Re:publica kann man nicht beschreiben». Na dann, dachte ich mir und plante meine Reise nach Berlin.

 

Der erste Eindruck und die Sache mit der Planung

 

20160502_194747

 

Gross ist das hier. Viele Leute, alle die gleiche Körperhaltung: Leicht gebückt, mit flinken Fingern auf dem Smartphone tippend. Ja findet die Re:publica denn nun hier statt oder nur online? Aber so sind sie halt, diese digital Natives; alles muss umgehend geshared und kommentiert werden, ansonsten ists nicht passiert.

Die Masse haut einem am Anfang komplett um: Einerseits die rund 8000 Besucher (okay, es sind nicht alle gleichzeitig da), aber auch die Vielzahl von Themen, das Angebot von gefühlt 15 Veranstaltungen gleichzeitig und über das Gelände verteilt. Ich hatte vor, viele Sessions zu besuchen und wichtige Insights und Inspiration mit nach Hause zu nehmen. Mit rund 6 besuchten Sessions und Workshops pro Tag hat sich das recht gut ergeben – jedoch musste ich immer wieder neu planen, da einige Speeches sehr beliebt waren und die Räume bei weitem zu klein.

Nun gut, man lässt sich treiben, hat hier und dort einen Schwatz, trifft bekannte Gesichter und auch neue, nimmt ein Bier oder zwei und schliesst sich spontan einer Gruppe an fürs Abendprogramm. Mein Fazit zur Planung: Schau dir das Programm gut an und favorisiere in der App im Voraus, wo du unbedingt dabei sein willst. Plane aber nicht zu viel, denn es kommt eh anders, als du denkst.

 

Screenshot_20160513-170602-1

 

Die besten Veranstaltungen

Sehr cool waren die Speeches zu «What’s Up YouTube?» und «Raster des Hasses». Zwei Themen also, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

 

20160503_120355

 

Bei «What’s Up YouTube?» drehte sich alles um die steigende Popularität von Video in Social Media. Mich erstaunte, wie krass YouTube Stars bei den Teens gefeiert werden. Für uns als Agentur ist klar: Wir kommen an Bewegtbild nicht vorbei, die Welt snapt und filmt was das Zeug hält und wer sich darauf nicht einlässt, gilt schnell als langweilig. Man kann denken: «Böh, für meine Zielgruppe ist das nicht relevant. Es reicht, wenn ich auf meinem Blog und in den Social Channels gute Texte mit schönen Fotos poste». Doch halt: Was wenn dadurch Facebook und Google einen auch einfach nicht mehr für relevant hält und die Reichweite darunter leidet? Dann schauts plötzlich anders aus. Zum Thema Video Content hat ja Martinahierauch schon einen Beitrag verfasst.

Das Thema Hass im Netz wurde immer wieder angesprochen. Was bewegt die Menschen dazu, Hass an anderen auszulassen? Kriegsreporterin Carolin Emcke hat in ihrem einstündigen Vortrag mit Passion und einer sehr gewählten Ausdrucksweise eingängig vermittelt, was Hass bedeutet. Ein Quote ist mir besonders geblieben:

 


Carolin

«Gehasst werden für was man tut ist fast ein Privileg. Andere werden gehasst weil sie schlicht SIND.»

Carolin Emcke 

 


 

 

Letzendlich war Sascha Lobos «The Age of Trotzdem» ein super Abschluss des ersten Re:publica-Tages und eine prima Gelegenheit, den grandiosen Rhetoriker einmal live zu erleben. Geile Speech, Inhalt… naja, soviel hab ich da jetzt nicht mitgenommen. Exzellent aber waren diese Quotes:

 


SASHA
 

«Sind die 30-54 -Jährigen die digitally lost Generation?»

«Wir halten uns für die digitale Avantgarde, weil wir die sind, die Snapchat noch viel früher nicht verstanden haben.»

Sascha Lobo


 

Nun ja, Quotes, die zum Denken anregen. Über unsere Generation und unser Verhalten mit der digitalen Welt.

Was fiel mir auf?
Snapchat. Virtual Reality. Blockchain. Diese Begriffe sind in aller Munde und werden viel diskutiert. Warum? Weil unsere Generation sie unbedingt verstehen will, sie für uns aber noch nicht wirklich greifbar sind. Muss ich mir dieses Snapchat wirklich antun? Was bedeutet Virtual Reality für uns? Wie wird Blockchain unser Zahlungssystem und die Bankenwelt verändern? Wir halten uns für moderne, offene und neugierige Leute – doch macht uns der technologische Fortschritt auch etwas Angst?

 

FB_IMG_1462361349619

 

Am Dienstag um 13.35 Uhr (Pünktlichkeit war angesagt) versammelten sich rund 50 Schweizer fürs Gruppenfoto. Eine schöne Tradition! Vielen Dank an Mike Flam für dieses tolle Bild.

Fazit
Einen schönen Rucksack an neuen Inputs und Inspiration mit, aber vor allem ist die Re:publica der richtige Mix zwischen Konferenz, Convention und Festival. Denn: So ein «Bildungstrinken» zum Abschluss hat halt schon was charmantes!

 

20160504_185713-COLLAGE

 

Zu guter Letzt wurden uns einige Zahlen um die Ohren gehauen und wie es die Tradition verlangt, sang der ganze Saal Queens«Bohemian Rhapsody». Ein gebührender Abschluss (Tipp: ab Minute 6 gehts erst richtig los!).

 

 
 

 
 

Die besten Artikel nicht verpassen: Newsletter abonnieren

 


 

Hast du einen Input, Ergänzungen oder Kritik? Hier ist der Platz dafür:

Letzte Beiträge

Kategorien